Das « bouvine » (die gesamte Stierherde und alles was mit dem Stier der Camargue verbunden ist). hat in der Camargue eine besondere Bedeuting und lange Tradition, man feiert den Stier und das Camargue-Pferd in den Arenen, aber auch auf den Strassen.

L’Abrivado ist die Ankunft der Stiere, die von den Guardians zu Pferde begleitet werden. Das Spiel besteht darin, den mutigeren Stier entkommen zu lassen, dieser wird von den Gardians zurückgebracht. So verläuft das Spiel : Junge mutige Leute der Carmague versuchen die Kokarden von den Stierhörnen zu schnappen. Einziges erlaubtes Hilfsmittel ist dabei ein "Crochet", eine handähnliche Eisenkralle. Das Vieh wird dabei in enger Formation von den berittenen Hirten (gardians) umkreist, um zu vermeiden, dass die « attrapaïres » (junge Dorfburschen) die Stiere nicht entwischen lassen können. Unter den Beifall der zuschauenden Menge trottet die Stier- und Pferdeformation durch die Strassen.

La Bandido : Nach dem Rennen ist es die Zeit der Rückführung der Stiere zu ihren Weideplätzen . Getrieben von den Hirten galoppiert die Herde durch die Strassen.

La Cabestria, wird seltener zelebriert, ähnelt dem Abrivado wobei allerdings der Camargue Stier vom Cabestro (spanischer nicht aggressiver Stier) ersetzt wird.

La Roussataïo, (von « rosso » Pferde die in der Landwirtschaft und nicht als Reitpferde eingesetzt wurden) bei diesem Ereignis wird eine große Herde von Zuchtstuten von den berittenen gardians durch das Dorf geführt. Früher wurden die Stuten in verschiedenen Nachbardörfern eingesetzt um mit ihren Hufen das Weizenkorn zu dreschen. Heute werden sie ausschließlich für die Fortpflanzung aufgezogen.